05.12.2017

Brückenbauer an Hamburgs Schulen

Landesschulrat ehrt Sprach- und Kulturmittler/-innen für ihr interkulturelles Engagement

 

Am 17. November überreichte Landesschulrat Thorsten Altenburg-Hack den 28 Absolventen/-innen der diesjährigen Qualifizierungsrunde zum/zur Sprach- und Kulturmittler/-in im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) ihre Zertifikate. "Kulturmittlerinnen und Kulturmittler unterstützen als Brückenbauer erfolgreich Schulen, Eltern und Kinder", so Altenburg-Hack (im Bild mit Sprach- und Kulturmittlerin Jasmine Benouaknine) in seiner Ansprache.

 

Die Absolventen/-innen der Qualifizierung zum/zur
Kulturmittler/-in wurden in der Aula des LI geehrt

Die Fortbildung erfolgte durch die Beratungsstelle Interkulturelle Erziehung am LI und wird durch die KWB unterstützt. Schulmentoren-Referent Jörg Belden übernahm dabei die Fortbildungsmodule zum Hamburger Schulsystem. Irene Appiah, die am LI die Qualifizierung und Vermittlung von Kulturmittlern/-innen verantwortet, entwickelte die abschließende E-Examination, die als Online-Test durchgeführt wurde. 

 

Hamburg ist das 'Tor zur Welt'. Damit sind zunächst der Hafen und die zahlreichen Wirtschaftsverflechtungen gemeint, die internationalen Unternehmen und die vielen Reisenden, die beruflich wie privat die Hansestadt aufsuchen. "Vor allem aber meint die Bezeichnung die Hamburgerinnen und Hamburger, die aus aller Welt zu uns gezogen sind, um hier zu wohnen und zu arbeiten. Sie machen das Flair der Weltstadt Hamburg aus und sind ein Grund für den auch wirtschaftlichen Erfolg der Stadt und der Metropolregion", so KWB-Referent Jörg Belden. Gemeint sind auch die Kinder und Jugendlichen, die aus anderen Ländern kommend an Hamburger Schulen unterrichtet werden, sowie deren Eltern. Damit sie jedoch zunächst sprachliche Hürden überwinden und ihre Rolle als Schülerinnen, Schüler und Eltern an den Schulen gestalten können, brauchen sie Ansprechpartner, die dieselbe Sprache sprechen, die dasselbe erlebt haben, erfolgreich die Hürden genommen, eine erfolgreiche schulische Biografie realisiert haben und nun als Kulturmittler/-innen Eltern, Kinder und Lehrkräfte gemeinsam an einen Tisch bringen können.

 

Landesschulrat Thorsten Altenburg-Hack und Irene Appiah (r.)
überreichen Kulturmittlerin Jasmine Benouaknine ihr Zertifikat

"Ein neues Angebot zu entwickeln und strukturell zu verankern, ist stets eine Herausforderung. Wenn die Nachfrage den Bedarf verdeutlicht, dann ist man besonders glücklich!", erklärt Irene Appiah, die in der Beratungsstelle Interkulturelle Erziehung für die Qualifizierung und Vermittlung der Kulturmittler/-innen zuständig ist. Sie berät auch das schulische Personal in interkulturellen Fragen und weiß, wo Sprach- und Kulturmittler/-innen an den Schulen am besten unterstützen können. "Wir können die Väter und Mütter unserer Schüler nicht immer erreichen, da braucht es Menschen, die auf Augenhöhe mit den Eltern reden können", bestätigt die Lehrerin einer Stadtteilschule den Bedarf.

 

 

28 Fortbildungsteilnehmer/-innen haben die
Qualifizierungsrunde 2017 zur/zum Sprach- und
Kulturmittler/-in erfolgreich abgeschlossen

Die Aufgaben der Sprach- und Kulturmittler/-innen sind vielfältig: Sie übersetzen unter anderem bei Lernentwicklungs- und Lehrergesprächen, vermitteln bei Konflikten oder Missverständnissen, unterstützen beim Ausfüllen von Formularen oder bei der Lösung von Alltagsproblemen. Ebenso arbeiten sie mit Jugendlichen an den Schulen, zum Beispiel wenn interkulturell bedingte Konflikte auftreten.


Im Frühjahr des nächsten Jahres beginnt die Qualifizierung der Sprach- und Kulturmittler/-innen 2018. Ansprechpartnerin am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) ist Irene Appiah, Tel.: 040 428842-586.


 

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